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Bilder zur Heimatstube Obertiefenbach finden sie hier.
Warum Heimatstube?
Heimat- oder Dorfmuseen, Heimatstuben oder heimatgeschichtliche Sammlungen sind in den vergangenen Jahren in vielen Gemeinden und Städten eingerichtet worden. Es sollte nicht alles vergessen werden, was einmal war. Die Begegnung mit Gegenständen aus verschiedenen Lebensbereichen, die Menschen früherer Generationen verwendet haben, das Betrachten dieser Gegenstände und das Betrachten und Lesen geschriebener Dokumente und Lebenszeugnisse, Darstellungen historischer Ereignisse können dazu beitragen, Vorstellungen und Einstellungen von Menschen in der Vergangenheit zu erhalten. Es geht dabei keineswegs um die Verherrlichung der Vergangenheit.
Standort 'Alte Schule'
Die Heimatstube befindet sich in dem ehemaligen Schulgebäude von Obertiefenbach. Dieses Gebäude stellt ein Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert dar. Aufgrund seiner Geschichte und zentralen Lage im Ortskern von Obertiefenbach ist das Pfarrheim 'Alte Schule' der optimale Standort für eine Heimatstube.
Vorbereitung
Am 20.12.1992 wurde bei einer Vorstandssitzung des Männerwerkes über die Entstehung einer heimatgeschichtlichen Sammlung beraten. Der Vorstand des Männerwerkes war mit Meller, Bopp, Weis und Gräf vollzählig vertreten. Der Vorsitzende des Obertiefenbacher Verwaltungsrates, Herr Gerd Heep und das Mitglied des Männerwerkes Paul Schmitt waren mit anwesend. Herr Heep erklärte, dass Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat mit dieser Aufgabe überfordert seien und deshalb den Ausbau des Dachgeschosses und die Errichtung einer Heimatstube dem Männerwerk übertragen wollten (Vorstandssitzung vom 14.11.1991).
Der Vorstand des Männerwerkes war bereit diese Aufgabe zu übernehmen. Paul Schmitt ließ einen Kostenvoranschlag für den Ausbau des Dachgeschosses erstellen.
Beginn
Nachdem die administrativen und finanziellen Voraussetzungen erfüllt waren, wurde im September 1994 mit den Arbeiten begonnen. In der Regel trafen sich die Männer, die sich freiwillig für diese Arbeiten zur Verfügung stellten, einmal wöchentlich. Über die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden wurde nicht Buch geführt.
Die Hauptakteure waren Paul Schmitt, Johann Weis und Lothar Meller. Später kamen mit Herbert Beck, der alle Elektroleitungen verlegte und Norbert Laux (Schuhmacherwerkstatt) hinzu, die bis zum heutigen Tag sehr aktiv sind. Mitgeholfen haben, vor allem beim Transport des Materials, die Herren Röhrig, Neumann, Geis, Steiner, Litzinger und Jeuck.
Eröffnung
Am Samstag, den 14. März 1998, wurde die Heimatstube im großen Saal des Pfarrhauses eröffnet. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt. Paul Schmitt führte durch das Programm. Johann Weis begrüßte die Gäste und brachte die Laudatio über die Entstehung der Obertiefenbacher Heimatstube. Der Hausherr, Pater Hofmann, sagte:'Sie haben keine Mühen gescheut, dass etwas entstehen konnte, was als Kulturgut bewahrt werden kann.' Bürgermeister Wahl würdigte die Verdienste des Katholischen Männerwerkes; 'Ohne die Eigenleistung dieser Männer wäre dieses Projekt nicht finanzierbar und realisierbar gewesen.' Der Landrat des Kreises Limburg-Weilburg, Dr. Manfred Fluck, lobte Paul Schmitt und referierte über die Entwicklung der Gemeinde Obertiefenbach. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung von Beselich, Herr LEchner, war erstaunt, dass aus dem stark sanierungsbedürftigen Dachgeschoss des Pfarrheims eine 'schmucke Stube' geworden war. Bezirksdekan Lippert zeigt sich erfreut über die Gestaltung eines solchen Raumes aus der Vergangenheit. Für die Heimatvertriebenen freute sich der Kreisvorsitzende Franz Krotzky, dass in der Heimatstube ein Platz für diese Mitbürger eingerichtet wurde. Grußworte überbrachten Prior Christof Martin, für den Verein zur Erhaltung der Klosterruine Beselich und Norbert Bandur. Nachbar Karl Schmittel von der Volksbank Schupbach und Lore Zöller im Namen der Frauengemeinschaft gratulierten ebenfalls.
Am Sonntag, den 15. März 1998 wurde die Heimatstube erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt (Tag der offenen Tür). Lothar Meller der 35 Jahre lang Vorsitzender des Männerwerkes war und tatkräftig bei der Entstehung der Heimatstube mitgewirkt hatte, konnte wegen schwerer Krankheit nicht anwesend sein.
Sehenswertes
Das Heimatarchiv bietet eine Vielzahl an Dokumenten, Fahnen, Fotographien, Büchern, Bildern und Ortsplänen aus dem Leben früherer Generationen. Eine komplette alte Schusterwerkstatt, eine alte Wohnstube mit Herd, ein Bett mit Strohmatratze, Arbeitsgeräte einer Schreinerei und Zimmerei, eines Dachdeckers und eines Anstreichers finden sich ebenfalls hier sowie viele alte Geräte aus der Landwirtschaft und Haushaltsgeräte.
Regionaltypisch sind auch die Exponate, welche die Arbeiten beim Basaltabbau zeigen, sowie die Gesteine aus unserer Gemeinde: Basalt, Ton, Quarzit und Eisenstein sowie eine Lore, die vor dem Gebäude aufgestellt wurde.
Da Obertiefenbach besonders viele Heimatvertriebene hatte, die das Dorfbild in den 50er Jahren mitprägten, hat man auch dies in der Heimatstube veranschaulicht.
In einer Vitrine findet man die Ernennungsurkunde zum Bundesminister des Obertiefenbacher Ehrenbürgers und ehemaligen Verkehrs- und Verteidigungsminister, Georg Leber, sowie dessen päpstliche Urkunde zur Ernennung zum 'Ritter des heiligen Georg' und das Großkreuz des Verdienstordens.
Zukunft
Die Mitglieder des katholischen Männerwerkes wollen die Heimatstube auch in Zukunft verwalten, ergänzen und bei Bedarf verändern. Obwohl alle Räume des Dachgeschosses erschlossen sind, können keine größeren Maschinen oder Geräte Verwendung finden. Vor allem schriftliche Dokumente, die in einen Ordner eingeheftet werden können, sind gefragt. Auch alte interessante Bilder und Bücher können aufbewahrt werden.
Öffnungszeiten
Regulär ist die Heimatstube jeden zweiten Sonntag im Monat, von 14:00Uhr bis 17:00Uhr geöffnet oder nach Bedarf.
Zuständig
Als Vertreter Der Heimatstube sind im Vorstand des Männerwerkes seit 1998:
Herbert Beck und Paul Schmitt, der im Mai 2007 plötzlich und unerwartet verstarb.
Die Heimatstube soll das Interesse möglichst vieler Menschen und aller Altersstufen finden. Eingeladen sind nicht nur die Dorfbewohner, sondern auch Interessenten aus der Umgebung oder Touristen.
An dieser Stelle Danke an Herrn Johann Weis für die Ausarbeitung des Textes zur Heimatstube.
Bilder zur Heimatstube Obertiefenbach finden sie hier.
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